Dienstag, 7. September 2010

Samstag

Samstag Tag 8
Haben wir eigentlich schon erwähnt, dass Frankreich ein sehr sympathisches Land ist? Alle grüßen sich ständig, Bonjour Madame, bonjour Monsieur. Man kommt sich wie ein Einheimischer vor, das sprechen fällt auch immer leichter.
Am sonnigen Samstag Morgen haben wir uns sehr alte Bauwerke angeschaut. Und alte Bäume! Ein Olivenbaum aus dem Jahr 908!!! Und der steht da in Pont du Gard, als würde er nochmal so lange durchhalten. Aber als das Aquädukt entstand, war auch der Baum noch ein Staubkorn im Universum. Das ist genau 2229 Jahre alt. Ja, 19 Jahre bevor Christus da war. Die alten Römer waren es mal wieder, wollten Wasser nicht im Eimer schleppen, sondern schneller und komfortabler transportieren. Da bauten sie dieses Monstrum an Wasserleitung. Ist ein Abstecher wert und sehr beeindruckend. Ein Menschenleben zu kurz, sehen schon nach 44 Jahren schlechter aus.
Nach dieser Erkenntnis des Tages mussten wir unbedingt etwas für die Gesunderhaltung tun. Ein Weingut. Einkaufen. Lächeln.
Dann landeten wir in Florac, ein kleines Örtchen. Rauf auf die Räder, ins Nachbardorf. Schöne Steigung, gut für die Oberschenkel. Nachbarort hat eine süße alte Kirche auf einem Hügel, wie ein Burg, eine Miniburg. Haben uns ausführlich mit einem alten Herren vor Ort darüber unterhalten. Florac war nicht so schön, deshalb sind wir ja flexibel und denken auch so. Weiter nach Ispagnac. Direkt in den Cevennen. Wir campen direkt auf dem Dorfplatz vorm Bürgermeister. Mit einem Handtuch um die Hüften machen wir uns auf den Weg zum Tarn. Ein Fluß der später noch zum reissenden schluchtenfressenden Strom wird. Aber hier kann Mann wieder das Wasser zum duschen sparen. Die Dorfjugend ist mit Sixpacks unterwegs. Uns geht es auch gut.
Wir schlafen im Schatten einer uralten Mauer, im Hintergrund klingelt das Glöckchen einer Ziege und die Hunde jaulen wie Wölfe. Vielleicht hat einer von ihnen die süßen Babykatzen hinter unserer Mauer entdeckt.

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