Donnerstag Tag
Vor dem Frühstück Abfahrt zum Canyon du Verdon. Dort fängt nur der frühe Vogel den Wurm, sonst wird es unangenehm. Wir sind gut. Ankommen kurz nach 8:00 Uhr am Point Sublime und mit tollen Blick einen kleinen Imbiss einnehmen. Dann rüsten. Ab in die Schlacht (Schlucht) von Verdon. 7 Stunden sind angeschlagen, der Weg nur mit ausreichend Wasser und wichtig, Taschenlampe anzutreten. Es gibt kein zurück, keine Abkürzung und keine Helfer unterwegs. Der Anfang ist in Ordnung (ihr merkt wer seit Mittwoch den Blog schreibt?). Die Tunnel, über 1.196 m lang, schwarz wie die dunkelste Nacht. Man sieht nichts mehr und Panik käme auf, wenn wir uns nicht gut ausgestattet hätten.Wir laufen gemeinsam mit einem französischen Paar, überholen uns immer mal wieder, werden sie später im Blog noch wieder finden. Der Weg hat viele Überraschungen für uns parat. Wenn man in der Vergangenheit alle Sehenswürdigkeiten mit dem Auto angesteuert hat, ist das der blanke Wahnsinn. Was wir vor uns haben ist eine Wanderung durch eine Schlucht, die als eindrucksvollste gilt. Wie eine durch eine Riesensäge zerschnittene Hochebene, in Europa einzigartig. Wir nehmen die Route des Cretes, vorbei an fabelhaften Felswänden. Nicht vorbei, wir kleben wie Schwalben daran, hangeln uns dran lang. (Anmerkung Mann: Er ist nicht so schlecht, stolz auf sie, aber flotter unterwegs.
Es gibt immer mal Wege, die an Wandern erinnern, aber das täuscht. Nach gut 3 Stunden (ohne Pause) kommen die mörderischen Stufen, nach oben, fängt harmlos an, wie Treppen noch, dann immer steiler, bis es zum Schluss einer Feuerleiter gleich hoch geht, 252 Stück,es sind über 150 Meter, ungesichert! Klettern ohne Karabiner, obwohl Frau die als Pflicht festlegen würde, macht aus dem harmlosen Wanderurlaub eine halsbrecherische Tour und lässt das eigene Leben in kurzen Sequenzen am inneren Auge vorbei rauschen. Ein Teil der Reisegruppe ist erschöpft und weiß genau, zurück geht nicht, da runter noch schlimmer. Aber weiter in der anderen Richtung ist auch nicht ohne, es kommen Geröllwände mit Seilen zum anfassen, da geht man nicht freiwillig lang. Und bis nach 6 Stunden endlich der Anstieg zum Chalet de la Maline spürbar wurde. 270 Höhenmeter auf dem letzten Stück. Danach war die Kraft aufgebraucht. Eine Cola oben beim Padrone war die Belohnung. Und wen sehen wir, das Paar vom Anfang unserer Etappe. Wir haben die Schlacht im Verdon geschlagen und teilen uns zum Abschluß mit den Franzosen ein Taxi für den Rückweg. Aber wir hatten nicht bedacht, die Franzosen fahren in ihren Bergen wie die Bekloppten. Angst war hier berechtigt. Der hat alle überholt!!! Mitten in den Schluchten, enge Straßen, auf solch einer ist Grace Kelly verunglückt!! Naja, wir haben es überstanden Bonne Chance.
Freitag Tag 7
Die Übernachtung in Lac de St. Croix war gut, ein schöner Platz mit Blick auf den See. Mann hat auch dort gebadet. Abfahrt früh (wie immer) zur nächsten Etappe, ins Luberon, durch Apt.Weiter nach Fontaine-de-Vaucluse. So bezaubernd wieder am Fluß, die Sorgue, gelegen. Genug Platz um sich schön breit zu machen, neben uns auf einem Campingstuhl schläft ein Vetter von Klaus Schröder (miau). Es geht doch.
Ausflug mit dem Rad in den nächsten Ort, L`Isle sur Sorgue. Wunderschön und bezaubernd zugleich. Wir müssen sparen, uns gehen die Superlative aus. Ach wie würden sich die Nachbarn freuen, wir hier zusammen, ein kleines Cafe und Restaurant drückt sich an das andere. Es wird gegessen und getrunken und gelebt. Hier ist es schön, uralte Häuser und uralte Schaufenster. Überall Lavendel und Kräuter. Ein kleiner Abstecher mit Folgen, denn es war klar, der Supermarche ist Ziel am Ende des Tages. Mann kann sich nicht beherrschen. Disziplin? Nö.
Samstag, 4. September 2010
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