Dienstag, 7. September 2010

Sonntag Montag Tag 9 und 10


Sonntag Tag 9

Wir haben verschlafen, die Franzosen gehen nicht in die Kirche und deshalb ist es in diesem Nest so still! Ausgeschlafen ist es auch sicherer. Die kommende Fahrt durch die Gorges du Tarn ist wohl die Gefährlichste, die selbst unser gern gelesener Reiseführer unternommen hat. Die Straßen sind mittlerweile so eng, dass 2 Autos nicht aneinander vorbei kommen, aber hier geht es viele Hundert Meter steil in die Schlucht. Keine Mauer, nö. Felswände die oben überhängen.Frau hat manchmal die Augen zu gemacht und fotografiert, kann man sich lieber später anschauen. Dann kommt St. Enimie, so lieb wie der Name ist auch der Ort. Ein Schwalbennest mitten an den Hängen. Wir passen gerade so durch. Es ist ein Kummer, immer wollen wir bleiben. Wo wollen wir denn noch hin? Es gibt unendlich viel zu sehen. Die Küste werden wir vor dem Winter nicht erreichen. Die lassen uns nicht weg.

Wir halten einfach mal in Le Puy en Velay an. Hier könnte man auch auf dem zentralsten Platz der Stadt übernachten, aber das hat was vom Alexanderplatz.
Da schläft man nicht. Aber mal gucken. Hier gibt es auch was zu sehen, auf drei Vulkanbergen, wir sind jetzt in der Eifel Frankreichs, ragen drei kirchliche Wahrzeichen. Auf einen sind wir hochgeklettert. Oben steht eine gusseiserne Jungfrau mit Kind. 1860 gebaut und nach Vorbild der Freiheitsstatue verschraubt. Unten gab es eine Aufgabe zu lösen, wir mussten dringend wissen, wie Verveine schmeckt. Wir sind uns nicht sicher, aber es gibt Riesenpralinen, die heissen so. Da wird eine sechsköpfige Familie von satt. Süß und lecker. Jetzt sind wir am Lac d`Aydat und haben ein tollen Flecken zum verweilen gefunden. Rauf kommt man zwar nur, wenn man das Lösungswort kennt, aber wir haben es geschafft. Es ist eine Barierre im Boden eingelassen, die fährt erst in den Boden ein, wenn man den Automat überlistet. Das schaffen nicht alle! Lustige Geschichte für später mal.


Montag Tag 10


Wir sind raus aus Aydat, dem Fort Nox unter den bekannten Campingstellplätzen. Punkt Acht machte der Bäcker auf und wir sind mit Baguette unter den Achseln weiter gezogen. Wir wollten in die Auvergne zu den Vulkanen. Eine sehr grüne Gegend, liebliche Landschaft. Nach einem kräftigen Frühstück zog es uns zum Puy de Dome, 1465 Meter hoch. Wir machen eine großen Bogen herum, damit sich die Wanderung lohnt. Wie in Schottland hier, Schafe und sanfte Hügel. Die ersten 2 – 3 Stunden waren harmlos, dann erst kam ein Parkplatz,so mitten drin. Und ab jetzt beginnt der Aufstieg, die letzten Meter hatten es in sich. In kürzester Zeit haben wir 350 Höhenmeter gemacht, so steil und ständig im Zickzack. Oben die Belohnung. Ein Blick über die gesamte Vulkanlandschaft, mehr als 60 an der Zahl.Runter war es super, man konnte in die angestrengten Gesichtern der Hochlaufenden lächeln, man war ja schon oben! Ein wenig Schadenfreude hat man sich doch verdient. Dann ging es ja auch noch eine ganze Weile weiter. Wir parken ja nicht unmittelbar an den Sehenswürdigkeiten (vor 15 Jahren war das so).
Nach einer erfrischenden Dusche mussten wir zurück in die Zivilisation. Ein L´Eclerc, der beste Supermarkt in Frankreich. An der Fleischtheke wollten wir uns direkt bewerben, an der Käsetheke haben wir uns getraut 100 gr. Käse aus der Region zu kaufen und an der Chacuterietheke haben wir sogar eine Nummer gezogen und reichlich Gänseleberpastete geordert. Beim Gemüse gibt es eine Sondertheke für ausgefallene Sorten. Schwarze Tomaten und so. Frau musste Mann böse angucken, sonst hätte das kein ende genommen. Es ist so schön dort, wir wollten wirklich nicht mehr weg. Es riecht gut und ist sehr sauber und hat die besten Lebensmittel die WIR jemals gesehen haben.

Zur Beruhigung sind wir noch schnell nach VOLVIC gefahren. Oben auf dem Vulkan ist wirklich die Fabrik, wir holen bei Lidl in Ahlen immer die gleiche Sorte. Volvic ist ein Dorf.
Anfahrt zur Übernachtung in Ussel (klingt wie Schwarzwald). Leichte Verwirrung bei der Suche, aber dann so idyllisch gelegen. Enten und Esel rufen um die Wette. Altes Baguette schmeckt französischen Enten sehr.
Kurzes Schwätzchen mit Gleichgesinnten, natürlich Franzosen! Wir sind hier nur unter Franzosen, Belgiern, Holländern, ab und zu mal Italiener, aber sonst ganz wenig Deutsche. Im Gepäck seit heute auch die Puy aus dieser Region. Hm.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen